September
Rootbirds
Jazz der 1920/30er Jahre in frischem Gewand
Jazz im Park: Blackpoint Jazzmen
Die Blackpoint Jazzmen auf sind eine der herausragenden und gefragtesten Jazz-Bands des Landes. Seit ihrer Gründung 1960 wandelte sich die Gruppe von einer reinen New-Orleans- und Dixieland-Band zu einer vielseitigen Swing-Formation. Beim „Jazz im Park“ spielen sie als Sextett: Wolfgang Heidenreich (Trompete), Peter Albrecht (Posaune), Claus Cordemann (Saxophon und Klarinette), Bernd Senger (Bass und Gesang), der wunderbare Achim Kück am Klavier und der junge Profi Julian Nicolaus am Schlagzeug. Hier vereinen sich Amateur- und Profimusiker, die ihre treuen Fans begeistern und immer mehr junge Zuhörerinnen und Zuhörer gewinnen.
Tonhallenorchester feat. Lennart Smidt
Seit seiner Gründung Anfang 2014 hat sich das Tonhallenorchester Hannover intensiv damit beschäftigt, neue Ansätze zur Organisation eines großen Ensembles zu erforschen. Dabei experimentiert das Orchester mit verschiedenen Methoden wie dem Dirigieren mittels Handzeichen, der Interpretation grafisch notierter Kompositionen und gemeinschaftlicher Improvisation. Lennart Smidt: „Jazz ist für mich ein akustischer Spielraum, in dem Kreativität, Groove und musikalischer Ausdruck aufeinandertreffen und Improvisation mit Komposition verschmilzt. Jeder Moment ist einzigartig – und die Improvisation ist das Mittel, diese Augenblicke in wahrhaftige und unmittelbare musikalische Erzählungen zu verwandeln. Diese künstlerische Haltung spiegelt sich gleichermaßen in den Live-Performances wie in den Aufnahmen wider: Jede Aufführung und jede Einspielung wird zum Ausdruck eines einmaligen musikalischen Dialogs.“
Claudia Burghard – Stimme
Carolin Pook – Geige
Richard Häckel – Saxophone
Andreas Burckhardt – Sopranino & Alto Saxophone
Felix Petry – Tenor Saxophone
Hauke Schlüter – Bariton Saxophone
Ove Volquartz – Bassklarinette
Hans Wendt – Posaune
Lars Däubler – Trompete
Eberhard Meisel – Elekt. Zither, Effekte
Klaus Spencker – Gitarre, Effekte
Eike Wulfmeier – Piano
Clara Däubler – Kontrabass
Jürgen Morgenstern-Feise – Kontrabass, Stimme
Johanne Keller – Kontrabass
Willi Hanne – Schlagzeug, Perkussion
Trieders Holz
Trieders Holz ist kammermusikalischer Jazz, der atmet: Zwei Querflöten, eine Bassklarinette und ein Kontrabass: Das ist eine besondere Besetzung und ein Klanglabor für neugierige Ohren. Trieders Holz schafft vielschichtige Sounds und Atmosphären. Durch den Einsatz erweiterter Spieltechniken verwandeln sich vertraute Instrumente in unbekannte Klangfarben. Vom hauchigen Flüstern bis zum brüchigen Cluster, von filigranen transparenten Klangteppichen bis zu kollektiven harmonischen rhythmischen Improvisationen. Was diese Musik besonders macht, ist ihre erzählerische Kraft. Mal verspielt, mal düster, immer bildhaft. Diese narrativen Elemente schaffen einen direkten emotionalen Zugang, der auch dem Publikum, das dem experimentellen Jazz sonst skeptisch gegenübersteht, den Weg ebnet. Hier wird Jazz nicht nur gespielt, er wird erlebbar gemacht.
Conni Trieder – Altflöte, Komposition; Quentin Coppalle (FR) – Querflöte; Silke Eberhard – Bassklarinette, B-Klarinette; Athina Kontou – Kontrabass
Jazz im Park: Big Band Berenbostel
Die Big Band Berenbostel des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Garbsen begeistert mit jungem, kraftvollem Bigband-Sound und grandiosen Sängerinnen und Sängern. Unter der Leitung von Felix Maier vereint die Band hohe Qualität, große Vielfalt, lange Tradition und jugendliche Energie. Sie gilt als erfolgreichste Jugend-Bigband Deutschlands. Mit zahlreichen Auszeichnungen bei deutschen Bigband-Wettbewerben hält sie den Rekord und gewann zuletzt 2025 den 1. Platz beim Deutschen Orchesterwettbewerb in Wiesbaden. Jeder Auftritt sprüht vor Spielfreude, verbindet musikalischen Anspruch mit stilistischer Vielfalt und bietet ein mitreißendes Erlebnis.
Damian Marhulets
Solo für Turntables, Eurorack-Modularsystem und Machine-Learning-Algorithmen. Eine Schallplatte liegt auf dem Plattenteller. Die Nadel läuft in der Rille. Und doch bleibt der Klang der Platte während der gesamten Performance unhörbar. Was die Nadel freisetzt, sind reine Kontrollsignale, die im Computer aufgezeichnet und mit einer Sammlung von Audio- und MIDI-Korpora verglichen werden. Was zurückkommt, ist keine Widerspiegelung des ursprünglichen Signals, sondern eine innere Reaktion des Systems: eine asynchrone Antwort auf die Gesten, die am Plattenspieler ausgeführt werden. Anstelle eines DJ-Mischpults steht am Ausgang dieses Prozesses ein Eurorack-Modularsystem – eine Schnittstelle, die zwischen Musik und Daten vermittelt. Das Ergebnis ist ein geschlossener, aber nie vorhersehbarer Kreislauf: eine Blackbox im Sinne der frühen Kybernetik. Ein autopoietisches und unberechenbares System, gekrönt von einem Schuss jener Paranoia, die man aus der Cyberpunk-Literatur kennt. Der generierte Klang ist somit nicht von seiner eigenen Vergangenheit heimgesucht, sondern von einer unzugänglichen Gegenwart. Die eigentliche Klangquelle bleibt unzugänglich, ist jedoch real und kausal wirksam. Was an ihrer Stelle hervortritt, ist ein Übersetzungsprozess mit instabiler Referenz – ein Klang mit phantomhafter Ursache. Konzeptionell speist sich die Performance aus dem kybernetischen Denken, insbesondere aus Humberto Maturanas Konzept der Autopoiesis – einem Modell für ein System, das sich aus seinen eigenen Zuständen heraus fortlaufend neu erzeugt. Die dabei entstehende Asynchronität zwischen Input und Output wird in dieser Performance zur Metapher menschlicher Wahrnehmung selbst.
Fette Hupe
Fette Hupe Hannover goes bigband heroes – the genius of Maria Schneider Heimspiel Nr.2.
Die Fette Hupe ist zurück aus der Sommerpause und zollt ihren BigBand-Held*innen Tribut. Im Fokus des September-Heimspiels steht die Musik der unvergleichbaren Maria Schneider. Sie gilt ohne Zweifel bis heute als eine der wichtigsten Protagonistinnen des modernen Jazz-Orchesters mit einer unverwechselbaren, persönlichen musikalischen Handschrift. Durch ihr international einflussreiches Schaffen und ihren bedeutenden Einsatz für die Rechte von Musiker*innen ist sie ein zentrales Vorbild und eine Inspirationsquelle für neue Generationen im Jazz. Ihre Musik lässt Bilder und Emotionen hörbar werden – nicht ohne Grund zählt Maria Schneider zu den wenigen Künstler*innen, die Grammy Awards in verschiedenen Genres (darunter sowohl Jazz als auch Klassik) gewonnen haben. Ob mit bekannten Musiker*innen wie Nils Wogram, Efrat Alony, Frederik Köster, Tamara Lukasheva oder Kalle Kalima, mit Gastkünstler*innen anderer Disziplinen wie der bildenden Kunst, Schauspiel oder Tanz, im Auftrag der Musikvermittlung wie zum Beispiel mit ihrem preisgekrönten “Jazzcape-Room“ oder einfach alleine auf Bühne mit den Kompositionen des Bandleaders und der Bandmitglieder: In mittlerweile über 260 Konzerten in Hannover und Niedersachsen sowie auf Festivals in ganz Deutschland stellt die Fette Hupe immer wieder eindrucksvoll unter Beweis, dass sie zu den umtriebigsten Bigbands der deutschen Jazzszene zählt.
Künstlerische Leitung: Jörn Marcussen-Wulff
Saxophone: Nils Brederlow, Paul Engelmann, Lars Stoermer, Coco Guerra, Felix Petry Trompeten: Chris Mehler, Gary Winters, Johannes Böhmer, Axel Beineke
Posaune: Uwe Granitza, Felix Eilers, Hans Wendt, Felix Konradt
Gitarre: Klaus Spencker
Klavier: Eike Wulfmeier
Bass: Clara Däubler
Schlagzeug: Tobias Backhaus
Sound: Raphael Becker-Foss
Matthew Lavoie
Wallahi le Zein! Unberührte Musik von den Kassettenmärkten Afrikas. Präsentation, Listening Session und Konzert. Matthew Lavoie sammelt seit über zwanzig Jahren Kassetten aus allen Teilen Afrikas. Er studierte in Dakar und arbeitete anschließend eng mit Musikerinnen und Musikern in Mauretanien zusammen. In Burkina Faso gründete er gemeinsam mit Seydou Koita – einem der aufstrebenden Gitarristen Westafrikas – die Gruppe Yeliza. Mehrere Jahre lang gehörte er zu den prägenden Figuren der kongolesischen Underground-Musikszene in Marokko. In seinem Heimstudio produzierte er Dutzende Underground-Hits und arbeitete mit den wichtigsten Stimmen der marokkanischen Rumba-Szene zusammen. Zuletzt trat er bei allen vier Ausgaben des New York Forward Festivals in Tanger auf.
Big Brass Machine
Big Band, Funk, Soul, Pop und Swing. Heute bringt Big Brass Machine das Kulturzentrum Faust zum Beben: In der Warenannahme trifft klassischer Big-Band-Sound auf Funk, Soul, Pop und energiegeladene Bläsersätze. Die rund zwanzig Musiker*innen aus Hannover und Umgebung stehen für einen Sound, der groß, direkt und mitreißend ist – präzise arrangiert, aber nie brav.
Unter der musikalischen Leitung von Daniel Ellermann verbindet die Band kraftvolle Horn-Sections, treibende Grooves und starke Gesangsmomente mit einem Repertoire, das von Swing-Klassikern bis zu modernen Pop- und Soul-Arrangements reicht. Songs wie “Feeling Good“, “I Want You Back“, “Africa“, “Hard to Handle“, “Birdland“ oder “Big Time“ zeigen, wie vielseitig eine Big Band heute klingen kann: tanzbar, druckvoll und voller Spielfreude.
Viele Mitglieder von Big Brass Machine kennen sich seit Schulzeiten. Aus dieser langen gemeinsamen Geschichte ist eine Band entstanden, die hörbar zusammengewachsen ist. Wenn hier Trompeten, Posaunen, Saxophone, Rhythmusgruppe und Gesang gleichzeitig loslegen, entsteht genau diese besondere Energie, die Live-Musik ausmacht: groß, warm und unmittelbar.
Jazz im Park: Tudo Azul
Was passiert, wenn sich ein deutscher Jazzschlagzeuger in eine singende Ballerina aus Brasilien verliebt? Dann trifft Jazz auf brasilianische Leidenschaft, mit ihren komplexen Rhythmen und bunten Melodien. Tudo Azul („Alles Blau“) steht für einen authentischen, energiegeladenen Sound, der südamerikanische Leichtigkeit mit improvisatorischer Tiefe verbindet. Die junge, internationale Band präsentiert Eigenkompositionen sowie neue Arrangements brasilianischer Klassiker: rhythmisch vielschichtig, farbenreich und voller Spielvergnügen.
Parkins, Perkin & NaabtalDeath
Andrea Parkins ist eine elektroakustische Performerin, Komponistin und Klangkünstlerin, deren Arbeit sich mit den Verbindungen und Verschiebungen zwischen Körper, Material, Klang, Ort und Raum beschäftigt. Sie ist seit Langem für ihren wegweisenden Ansatz als Improvisatorin bekannt, bei dem sie die Texturen und Klangfarben ihres elektronisch bearbeiteten Akkordeons auf einzigartige Weise mit elektronischen Rückkopplungen, verstärkten Objektgeräuschen und Live-Bearbeitungen ihrer selbst entwickelten Instrumente verbindet. Parkins’ Projekte umfassen Performances, Kompositionen, räumliche Audio- und Intermedia-Installationen sowie Partituren für zeitgenössischen Tanz und Experimentalfilm. Miles Perkin bewegt sich fließend zwischen unterschiedlichen Musikstilen, Einflüssen und Ästhetiken. Er ist im Jazz, Pop, in der experimentellen Musik, der Neuen Musik sowie in multidisziplinären Kontexten gleichermaßen zu Hause, und sein Umgang mit dem Kontrabass ist ebenso authentisch wie vielseitig. Verwurzelt in den Traditionen der Vergangenheit, ist er stets auf der Suche nach neuen Impulsen und Einflüssen, um sein musikalisches Verständnis in die Zukunft zu tragen. Dabei nutzt er eine Kombination aus konventionellen, erweiterten und selbst entwickelten Spieltechniken sowie unkonventionellen Instrumenten, Elektronik und Re-Amping, um seinem Kontrabass eine außergewöhnlich große Klangpalette zu entlocken. Als Nächstes erscheint ein neues Duoalbum mit der in Kopenhagen lebenden Sängerin und Pianistin Johanna Borchert, das eine Mischung aus Songs, Kompositionen und Improvisationen präsentiert. NaabtalDeath erkundet seit über 20 Jahren die klanglichen Möglichkeiten der Zither. In unkonventioneller Spielweise wird das Instrument mit Präparationen wie Gabeln, Feilen, Dengelhämmern, Spieluhren und Flaschen bearbeitet und anschließend durch elektronische Effektgeräte weiter verfremdet.
Andrea Parkins – Akkordeon, Objekte, Elektronik; Miles Perkin – Kontrabass, Elektronik; NaabtalDeath – amplified tortured Zither, Elektronik
60 Jahre Jazz Club: Wolfgang Haffner Trio feat. Viktoria Tolstoy
Der Jazz Club Hannover lädt zum großen Jubiläumskonzert und präsentiert mit Wolfgang Haffner einen bedeutenden Jazzmusiker, der in diesem Jahr ebenfalls seinen 60. Geburtstag feiert. Der Schlagzeuger zählt zu den herausragenden Persönlichkeiten des europäischen Jazz. Mehr als 4.000 Konzerte in über 100 Ländern, Mitwirkung auf rund 400 Alben, zwei ECHO Jazz-Auszeichnungen – Haffners musikalische Vita liest sich wie ein internationales Erfolgsmärchen. Ob mit Al Jarreau, Chaka Khan, Pat Metheny, Gregory Porter, Hildegard Knef oder den Fantastischen Vier – die Liste seiner Kollaborationen ist ebenso lang wie klangvoll. Sein unverkennbarer Stil, seine Vielseitigkeit und sein feines Gespür für Groove machen ihn zu einem der meistgefragten Schlagzeuger weltweit. Zum Jubiläum verstärkt die schwedische Ausnahmesängerin Viktoria Tolstoy das Wolfgang Haffner Trio, an deren wichtigsten Alben Haffner entscheidend mitwirkte. „The Jubilee Concert“ ist eine musikalische Feier – für Haffner selbst, für den Jazz Club und sein Publikum und für die verbindende Kraft des Jazz.
Wolfgang Haffner (d), Simon Oslender (keys), Thomas Stieger (b), Viktoria Tolstoy (voc)
Jazz im Park: „XXL Sonntag“
11.00 bis 12.40 Uhr: Brazzo Brazzone
Brazzo Brazzone gelten als heißer Tipp in der Brass-Band-Szene. Seit mehr als zehn Jahren sind die sechs Italiener rund um Trompeter und Sänger Daniel Zeinoun auf Weltmusik-Mission und sorgen für unverschämten World Brass Groove. Die fünf Bläser samt Drummer entfesseln regelmäßig einen musikalischen Orkan, und zwar mit einer kunst- und lustvoll verwirbelten Melange unterschiedlichster musikalischer Einflüsse, ohne sich dabei für irgendwelche Stilgrenzen zu interessieren. Ihre „original brass musica molto speciale“ kommt mindestens genauso knallbunt daher wie das Outfit der Musiker. Brazzo Brazzone ist eine akustische und optische Macht und es wird natürlich wieder fulminant aufgetischt: Es wird jazzy, funky & extradancy!
13.00 bis 14.40 Uhr: Scarcella feat. Alicia Cibola
Wenn Alicia Cibolas Gänsehaut-Stimme auf die virtuosen Fusion-Soli von Julian Scarcella trifft, ist ein Sonntag voller Soul, Funk und Gospel garantiert. Gemeinsam mit Simon Asmus an den Keys und Sebastian Salas an den Drums verwandeln Scarcella and Friends jede Bühne in eine glitzernde Tanzfläche. Das Publikum erwartet eine charismatische Mischung aus Welthits und eigenen Songs, gewürzt mit spannenden Geschichten und purer Lebensfreude. Ein Mittag zum Tanzen, Lachen und Genießen, der perfekte Soundtrack für einen unvergesslichen Tag im Wahrendorff-Park.
15.00 bis 17.00 Uhr: Jimmy Reiter Band & Horns (Foto)
Die Jimmy Reiter Band bringt modernen, elektrischen Großstadtblues nach Ilten. Blues-in-Germany kürte Jimmy Reiter zum „besten zeitgenössischen Blueskünstler“. Und mit dem German Blues Award ausgezeichnet, gehört die Band zu den besten Bluesformationen Europas. Gitarrist und Sänger Jimmy Reiter spielt mit Jasper Mortier am Bass, Björn Puls am Schlagzeug und Horst Bergmeyer an den Keyboards ein vielseitiges Repertoire von urbanem Blues bis zu funky R&B. Beim Jazz im Park präsentiert die Jimmy Reiter Band die neue CD „Live“ in der großen Besetzung mit der dreiköpfigen Hornsection.
Die Dämmerung
Das Ensemble „Die Dämmerung“ entfaltet einen eigenständigen künstlerischen Kosmos. Im Mittelpunkt stehen ausschließlich Eigenkompositionen, die sich bewusst jenseits konventioneller harmonischer Strukturen bewegen und aus komplexen kompositorischen Anlagen eine überraschende Leichtigkeit entwickeln. Seit sechs Jahren verdichtet sich aus dieser kontinuierlichen Zusammenarbeit ein unverwechselbarer Sound: offen, forschend und stets in Bewegung – eine Musik, die den Moment sucht, anstatt sich zu wiederholen.
Oktober
Pook, Perkin, Petry
Anlässlich des 100. Geburtstags von John Coltrane widmet sich dieses Konzert dem Werk und musikalischen Vermächtnis einer der prägendsten Persönlichkeiten der Jazzgeschichte. Carolin Pook am Schlagzeug, Miles Perkin am Kontrabass und Felix Petry am Tenorsaxophon begeben sich auf eine musikalische Reise durch Coltranes Kompositionen. Zwischen kraftvollen Grooves, lyrischen Momenten und freier Improvisation entsteht eine persönliche Auseinandersetzung mit seiner zeitlosen Musik. Ein Abend zu Ehren eines visionären Musikers, dessen Klangsprache den Jazz bis heute nachhaltig prägt.
Carolin Pook – Schlagzeug; Miles Perkin – Kontrabass; Felix Petry – Tenorsaxophon
Hanne, Roder, Smidt
Willi Hanne am Schlagzeug, Jan Roder am Kontrabass und Lennart Smidt am Klavier begegnen sich in einem frei improvisierenden Trio, in dem musikalische Ideen im Moment entstehen. Ohne festgelegte Abläufe und jenseits starrer Genregrenzen entwickeln die drei Musiker einen offenen Dialog aus Klang, Rhythmus, Dynamik und Stille. Jede Begegnung ist einzigartig: aufmerksam, spontan und voller überraschender Wendungen. Ein Konzert für alle, die improvisierte Musik als unmittelbares musikalisches Abenteuer erleben möchten.
Willi Hanne – Schlagzeug; Jan Roder – Kontrabass; Lennart Smidt – Klavier
Hegemann Trio
Jazz Club By Gartenheim. Jörg Hegemann aus Witten ist einer der raren Meister, die das Boogie-Woogie-Piano perfekt beherrschen und den Charme und die Kraft dieser Musik auch im neuen Jahrtausend lebendig erhalten. Er nimmt seine Zuhörer mit ins Chicago der 1930er Jahre und zeigt ihnen die musikalische Welt der Boogie-Woogie-Kings Albert Ammons, Meade Lux Lewis und Pete Johnson. Inzwischen kann Jörg auf rund 2000 Auftritte in 40 Bühnenjahren zurückblicken. Als Spezialisten für klassischen und authentischen Boogie-Woogie und Blues sind Dirk Engelmeyer (Schlagzeug und Gesang) und Matthias Klüter (Kontrabass) unter Boogie-Pianisten eine weithin geschätzte Begleitband. Mit ihrem authentischen Groove verleihen sie Jörg Hegemanns klassischen Boogies die richtige Klangfarbe und lassen die faszinierende Musik der 1930er Jahre wieder lebendig werden.
Jörg Hegemann (p), Dirk Engelmeyer (d, voc), Matthias Klüter (b)
Jazzwoche Hannover 2026: Mike Parker Trio / Wish? Listen!
Mike Parker Trio: Einflüsse von Led Zeppelin, John Coltrane, David Bowie, Thelonious Monk, Maurice Ravel, A Tribe Called Quest – alles verpackt in den Kompositionen von Kontrabassist Mike Parker und vorgetragen von seinem Trio mit Drums und Saxofon. Das Mike Parker Trio schafft mit seinem Spiel unmittelbare, rohe Energie und eine Interaktion, die nur zwischen langjährigen musikalischen Weggefährten entstehen kann.
Mike Parker (Kontrabass) ∙ Marcin Kaletka (Tenorsaxofon) ∙ Max Olszewski (Schlagzeug)
Wish? Listen! Du hast einen Wunsch? Hör in dich hinein! Wish?Listen! kreiert ein breites, abwechslungsreiches Spektrum an zeitgenössischem Jazz und – noch wichtiger – schafft einen Raum für Spielfreude, Freiheit und Inspiration. Grooves von Backbeat bis Bop, harmonisch abwechslungsreiche Klangwelten, simple wie komplexe Strukturen, Metren und Stories – eine umfassende musikalische Reiseapotheke.
Lars Stoermer (Saxophon, Querflöte, Bassklarinette) ∙ Sebastian Steffan (Piano) ∙ Peter Schwebs (Kontrabass) ∙ Leo Weber (Schlagzeug)
Jazzwoche Hannover 2026: Session
Opener: Niklas Hochtritt & Jorik Voit sowie Marla Stier & Vncenz Reinfeld
Jörg Hegemann
Jörg Hegemann aus Witten an der Ruhr, 1966 geboren, ist einer der raren Meister, die den Booge-Woogie-Piano-Stil perfekt beherrschen und den Charme und die Kraft dieser Musik auch im neuen Jahrtausend lebendig erhalten. Er nimmt seine Zuhörer mit ins Chicago der 1930er Jahre und zeigt ihnen die musikalische Welt der Boogie-Woogie-Kings Albert Ammons, Meade Lux Lewis und Pete Johnson. Auf rund 2.000 Auftritte in über 40 Bühnenjahren kann er zurückblicken, darunter Konzerte in den USA, Russland und weiteren 13 europäischen Ländern. Nach seinem Trio-Auftritt bei der Wohnungsgenossenschaft Gartenheim am Abend zuvor gibt Jörg Hegemann ein Solo-Konzert im GHeimLabor von Gartenheim (ehemals Repair-Café). Die perfekte Einstimmung zum Wochenende nach einem vormittäglichen Rundgang über den Wochenmarkt am Südstädter Stephansplatz.
Jazz Club Classics
Zum 60. Jubiläum des Jazz Club Hannover und inmitten der Loriot-Ausstellung lädt der Jazz Club zu einem besonderen Abend mit frühem Swing, Stride Piano und den beschwingten Klängen der 1920er und 1930er Jahre ein. Die Formation Jazz Club Classics um Lothar Krist verbindet musikalische Virtuosität, Eleganz und augenzwinkernde Leichtigkeit – ein Genuss für Jazzliebhaberinnen und Jazzliebhaber ebenso wie für Loriot-Fans. Das Konzert findet im Veranstaltungssaal des MUSEUM Wilhelm BUSCH und somit inmitten der Zeichnungen des berühmten Humoristen statt.
Lothar Krist (cl, sax), Gregor Kilian (p), Clara Däubler (b), Niklas Jaunich (d)
Jazzwoche Hannover 2026: The Match
The Match verbindet zwei Instrumentalist:innen und zwei Stimmen zu einem faszinierenden Klangkosmos. Mit präparierten Instrumenten, erweiterten Spieltechniken und Einflüssen aus Jazz, Neuer Musik, Songwriting und freier Improvisation entsteht eine Musik voller Kontraste. Dichte Klangflächen treffen auf eingängige Melodien, rhythmische Ausbrüche auf ruhige Soundlandschaften. Stets überraschend und doch organisch entfaltet das Duo eine ganz eigene musikalische Sprache, die berührt, fesselt und den Ausgang jeder musikalischen Reise offenlässt.
Johanna Borchert (Piano, Gesang, Synths) ∙ Miles Perkin (Kontrabass, Gesang, Electronics, Drums)
Jazzwoche Hannover 2026: Heidi Vogel / Will Barry Duo
Heidi Vogel zählt zu den markantesten Stimmen des britischen Jazz. Als langjährige Sängerin von The Cinematic Orchestra stand sie weltweit auf renommierten Bühnen und arbeitete mit Größen wie Thundercat, Chick Corea und Bobby McFerrin. Im Rahmen der Jazzwoche Hannover tritt sie gemeinsam mit Will Barry im Duo auf. Ihre außergewöhnlich wandelbare Stimme trifft dabei auf Barrys virtuoses und zugleich feinfühliges Spiel – ein Abend zwischen Jazz, Soul und musikalischer Offenheit.
Heidi Vogel – Gesang; Will Barry – Klavier
Olicía
Olicía ist die Band der beiden Sängerinnen und Multiinstrumentalistinnen Fama M’Boup und Anna-Lucia Rupp. Im Zentrum von Olicía stehen ihre beiden Stimmen. Sie teilen sich die lead vocals; schichten, harmonisieren, bilden vokale Rhythmen oder erweitern sich zu großen Chören. Die Instrumentierung reicht von Synths und geloopten Stimmfetzen bis zu Gitarre und Klarinette. Genregrenzen sind für Olicía immer schon fluide-fragile Folkmomente, pulsierender Pop, avantgardistischer Soul, Spoken Word, Jazz. Wobei die Musik von Olicía durch ihre ganz eigene Form der Entstehung über zwei synchronisierte Loopstations immer sanft futuristisch anmutet. Die Zwänge (und Längen) loopbasierter Musik scheinen die beiden dabei praktisch außer Kraft zu setzen und entwerfen mit Effizienz und Eleganz direkte Songs, die Raum für Improvisation und Zufall offenlassen.
Fama M’Boup, Anna-Lucia Rupp (voc, electronics)
Jazzwoche Hannover 2026: Potsa Lotsa XL
Silke Eberhard ist eine feinsinnige Mittlerin zwischen verschiedenen Aggregatzuständen aus Vergangenheit und Gegenwart, Sendern und Empfängern wie auch den Intentionen und Obsessionen von zehn Individualisten, die sie zielgerichtet in ihren Kompositionen vereint. Unaufdringlich und mit bemerkenswertem Einfühlungsvermögen stellt sie Spielfreude über Intellekt sowie Demut und Respekt vor dem Material über virtuosen Exhibitionismus. Selbst sagt sie: “Es ist schon durchkomponierte Musik, aber es ist immer alles erlaubt und kann immer alles passieren”.
Silke Eberhard (Altsaxofon) ∙ Jürgen Kupke (Klarinette) ∙ Uli Kempendorff (Tenorsaxofon) ∙ Nikolaus Neuser (Trompete) ∙ Gerhard Gschlößl (Posaune) ∙ Johannes Fink (Cello) ∙ David Soyza (Vibrafon) ∙ Antonis Anissegos (Piano) ∙ Isabel Rößler (Kontrabass) ∙ Kay Lübke (Schlagzeug)
Jazzwoche Hannover 2026: Tyrone Isaac-Stuart feat. Adam Chakir
Tyrone Isaac-Stuart ist ein interdisziplinärer Künstler aus London. Als Saxophonist, Tänzer, Rapper und Choreograf entwickelte er eine eigenständige künstlerische Sprache zwischen Krump, zeitgenössischem Tanz und Jazz. Er arbeitete u. a. mit Boy Blue, Moses Boyd und Kokoroko und erhielt den Steve Reid Innovation Award 2019/20. Bei dieser interdisziplinären Performance trifft der Londoner Tyrone Isaac-Stuart auf den Hannoveraner Adam Chakir. Adam ist ein dynamischer, autodidaktischer Tänzer, der seine Reise in der pulsierenden Welt des Hip-Hop begann. Tief verwurzelt in Stilen wie House, Popping und Breaking, hat er sich zu einem vielseitigen Künstler entwickelt, der mühelos die Grenzen zwischen Streetdance und zeitgenössischem Tanz verbindet. Seine Arbeit ist ein roher Ausdruck seiner Identität, stets davon geprägt, die Grenzen seines tänzerischen Schaffens zu verschieben.
Jazzwoche Hannover 2026: Freekestra
Jazzwoche Cinema
Jazzwoche Hannover 2026: Rufus D
Bachelorkonzert Balz Muheim. Rufus D erschaffen mit Gitarre, Bass und Schlagzeug einen mitreißenden Klangkosmos zwischen Postrock, experimenteller Musik und hypnotischen Grooves. Aus Loops, vielschichtigen Rhythmen und fein verzahnten Interaktionen entwickeln sich dichte Klanglandschaften, die sich geduldig entfalten und immer wieder überraschende Wendungen nehmen. Mal schwebend und atmosphärisch, mal wuchtig und voller Energie erzeugt dieses junge Trio einen intensiven Sog.
Dominik Zäch (Gitarre) ∙ Balz Muheim (Schlagzeug) ∙ Linus Meier (E-Bass)
Jazzwoche Hannover 2026: Session
Opener: Northtown Underground
Jazzwoche Hannover 2026: Myra Melford’s Fire and Water Quintet / Monika Herzig’s Transparent
Jazzwoche Hannover 2026: Session
Opener: Lilás
Jazzwoche Hannover 2026: daoud / Crome
daoud, das Sorgenkind des Jazz, das sich weigert, nach den Regeln des Jazz zu spielen, stellt sich eine Musik vor, die von einem Gefühl der Unzulänglichkeit angetrieben wird – eine Musik, die Konventionen bricht, ohne um Zustimmung zu buhlen, und die sowohl neugierige Neulinge als auch erfahrene Puristen gleichermaßen anspricht. Um die Musik herum schafft der Künstler ein rohes visuelles Universum, das ebenso von Provokation wie von jugendlicher Unbekümmertheit geprägt ist, eine Rückkehr in die Kindheit, nicht um Trost zu finden, sondern um Widersprüche aufzudecken. Fragilität, Vergänglichkeit, Satire – seine Ästhetik umarmt den Makel, anstatt ihn zu verbergen.
daoud (Trompete) ∙ Thomas Perier (Keyboards) ∙ Louis Navarro (Kontrabass) ∙ Quentin Braine (Schlagzeug)
Crome verbindet die klassischen Ideen des Jazz mit modernen, groovigen Sounds und bringt so den traditionellen Jazz-Gedanken ins Hier und Jetzt. Mit treibenden Beats und gefühlvollen Voicings schaffen sie eine Klangwelt, die sowohl Jazz-Fans als auch Liebhaber moderner Pop, Hiphop- und Jazz Musik begeistert. Musiker wie Yussef Dayes, Braxton Cook oder Nubiyan Twist inspirieren den Sound von Crome maßgeblich. Cromes Musik bringt das Publikum in Bewegung und lässt es gleichzeitig in ihre verträumte musikalische Welt der Melancholie eintauchen.
Malte Alborn (Saxofon) ∙ Tom Trabandt (Trompete) ∙ Mathis Herb (Gitarre) ∙ Eduard Dorn (E-Bass) ∙ Dejan Hauch (Schlagzeu
Jazzwoche Hannover 2026: Session
Opener: Robin Rammé Quartett
Julie Sassoon Quartett
Nach dem Erfolg ihres gefeierten Albums „Voyages“ – das von Kritikern hochgelobt wurde – begeistert das Julie Sassoon Quartet das Publikum in bedeutenden Jazzclubs und Konzertsälen in Europa und Großbritannien. Ausverkaufte Auftritte beim London Jazz Festival und in der Hamburger Elbphilharmonie zeugen von der Präsenz und der internationalen Anerkennung des Quartetts. Im Zentrum des Ensembles steht die Pianistin und Komponistin Julie Sassoon. Mit ihrer unverwechselbaren musikalischen Sprache nimmt sie das Publikum mit auf eine intensive und immer wieder überraschende Reise. Ihre Musik verbindet lyrische Schönheit mit kraftvoller Abstraktion und bewegt sich zwischen feinen Nuancen, unerwarteten Wendungen, geheimnisvollen Klangmomenten und großer emotionaler Tiefe. Auch ihre internationale Anerkennung wächst kontinuierlich: 2026 wurde Julie Sassoon als eine von nur fünf Künstlerinnen für die Shortlist des renommierten Jazzpreises Berlin nominiert. Das Album „Voyages“ erhielt zudem eine Nominierung für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik – eine Auszeichnung, die die besondere Originalität, Ausdruckskraft und künstlerische Qualität des Quartetts eindrucksvoll widerspiegelt.
Julie Sassoon – Piano/Composition; Lothar Ohlmeier – Tenor Saxophone; Bass Clarinet; Meinrad Kneer – Double Bass; Rudi Fischerlehner – Drums
Aurora Oktett
Mit seinem 2016 gegründeten Aurora-Oktett hat Carl Christian Wittig ein Ensemble ins Leben gerufen, das sich sowohl im Jazz als auch in der klassischen Tradition frei bewegt. Dabei gelingt dem Achter die Integration von Streichquartett und Jazzquartett mit verblüffender Leichtigkeit. Die Verbindung von klassischen Emotionen mit der rhythmischen Intensität des Jazz lässt facettenreiche Kompositionen entstehen. 2022 erschien das Debütalbum des Oktetts „Perspective Suite“ bei dem Label des Posaunisten Nils Wogram, nWog Records. Jüngst veröffentlichte das Oktett sein zweites Album mit dem Titel „Continuity and Resonance“ (XJAZZ Music) und wurde dafür mit dem Deutschen Jazzpreis 2025 ausgezeichnet.
Carl Wittig (b), Ada Schwengebecher (vn), Sophia Rasche (vn), Marie Schutrak (va), Franziska Ludwig (clo), Phillip Dornbusch (sax, cl), Pascal Klewer (tp, voc), Tom Friedrich (d)
Moonlight Trio
Das Moonlight Trio verbindet auf einzigartige Weise die Magie des Jazz mit den leidenschaftlichen Rhythmen des Latin. Adriana Soares de Almeida bereichert die Musik mit ihrer portugiesischen Muttersprache und verleiht dem Repertoire dadurch eine ganz besondere Note. Die Musik weckt warme Sommergefühle, lädt zum Entspannen und Träumen ein – und vor allem dazu, den Moment und die feinen musikalischen Nuancen zu genießen.
Adriana Soares de Almeida – Gesang; Joel Marschner – Klavier; Hervé Jeanne – Kontrabass
Bossarenova Trio
In Rio de Janeiro und Berlin haben Paula Morelenbaum, Joo Kraus and Ralf Schmid ihr neues Album produziert, dies- und jenseits des „Oceano Atlântico“. Nach den melancholischen Sphären ihrer ersten Produktion „Samba Prelúdio“, entdeckt das transatlantische Trio auf „Oceano Atlântico“ seine groovige Seite und bricht in Rio´s Samba-Viertel auf. Angetrieben von Joos und Ralfs elektronischen Sound-Beigaben sowie einem brasilianischen Gast-Percussionisten entstehen pulsierende Grooves, nahe an Samba und Brazilectro, die Paulas Gesangslinien energetisch aufladen. Kompositionen von Caetano Veloso, Ivan Lins, Chico Buarque oder Edu Lobo werden re-komponiert und das Ensemble entfaltet seine eigene exklusive Musiksprache.
Paula Morelenbaum (voc), Joo Kraus (tp, beatbox, voc), Ralf Schmid (keys), special guest (perc)
Lisa Stick Quartett
Ursprünglich war die Band nur für einen gemeinsamen Abend gedacht: Für ein Konzert im Januar 2024 stellte die Hamburger Posaunistin Lisa Stick ihre persönliche Traumbesetzung zusammen – mit Cesar Joaniquet aus Aarhus an Tenor- und Sopransaxophon, Anders Jormin aus Göteborg am Kontrabass und Heinrich Köbberling aus Berlin am Schlagzeug. Doch schon an diesem ersten Abend war klar: Diese Besetzung sollte weiter bestehen. Die musikalische Verbindung stimmte einfach zu gut. Es folgten weitere Konzerte, darunter ein Auftritt im Kölner „Loft“ im April 2025, der von Christian Heck aufgenommen wurde. Dort spielte das Quartett erstmals ohne Klavier – zunächst eher zufällig, doch schnell zeigte sich, dass gerade diese Reduktion eine besondere Qualität hatte. Der Verzicht auf ein Harmonieinstrument eröffnete neue klangliche Räume und gab der Musik noch mehr Luft, Tiefe und Beweglichkeit. Die Spielfreude der vier Musiker ist dabei jederzeit unmittelbar spürbar. Lisa Sticks Kompositionen schaffen den Rahmen, in dem diese Offenheit entstehen kann. Sie geben Orientierung, ohne die Musik festzulegen, und lassen viel Raum für Spontaneität und Interaktion. So entwickelt das Quartett einen ganz eigenen Sound – geprägt von Melodien, Farben, Offenheit und der Freiheit, auf das zu reagieren, was im nächsten Moment musikalisch entsteht.
Cesar Joaniquet – Tenor-, Sopransaxophon; Anders Jormin – Kontrabass; Heinrich Köbberling – Schlagzeug; Lisa Stick – Posaune
Michael Wollny / Émile Parisien
Der Jazz Club auf Jubiläumstour. Der deutsche Pianist Michael Wollny und der französische Sopransaxofonist Émile Parisien sind Brüder im Geiste. Beide gelten als stilprägende Vertreter ihrer Instrumente – im Jazz und weit über dessen Grenzen hinaus. Beiden gelingt es, aus den unterschiedlichsten musikalischen Einflüssen, von Jazz dies- und jenseits des Atlantiks, Klassik, Pop, Neuer Musik, Avantgarde und Mainstream immer wieder neue, unerwartete Ereignisse zu kreieren. Beide sind Meister des Moments, verstehen es aufs Sensibelste, sich auf ihr Gegenüber einzulassen und im Austausch mit diesem immer wieder ungehörte Musik entstehen zu lassen. So entsteht im Zusammenspiel ein ganzer Kosmos aus Einflüssen, Ideen, Eingebungen und ein meisterhafter Dialog zweier Unikate des europäischen Jazz.